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Home Sonntag, 05 September 2010
„Wir werden eine gute Rolle spielen“ Print E-mail

Badminton Bundesjugendtrainer Holger Hasse im Interview:

Der 5. März ist der Tag der Wahrheit: Dann nominiert Badminton Bundesjugendtrainer Holger Hasse das Deutsche Team für die Junioren-Europameisterschaft vom 31. März bis 8. April 2007 in Völklingen. Aus dem Perspektivteam U19-U17 bildet sich jeweils die Nationalmannschaft U19, die bei der Junioren-EM den Deutschen Badminton Verband vertritt. Im Interview mit Pascal Blum spricht der Bundestrainer über mögliche EM-Favoriten und über die Rolle des DBV-Teams.

Herr Hasse, die Deutschen Nachwuchsmeisterschaften in Duisburg sind vorbei. Welche Spieler werden bei der EM die deutschen Fahnen vertreten?

Holger Hasse: Wir haben gesagt, dass wir erst nach den Dutch Junior International die Spieler und die Öffentlichkeit darüber informieren, wer nun dabei ist und wer nicht. Und vor den eigentlichen Protagonisten wird es selbstverständlich niemand erfahren. Die Tür ist noch für eine ganze Reihe von Spielern offen. Es folgen nun die internationalen Turniere, die uns sicher noch wichtige Erkenntnisse bringen werden. Am 5.März wird dann entschieden.

 
Gibt es tatsächlich noch keine Namen? Ist denn wirklich niemand sicher dabei?

Hasse: Es gibt ohne Frage einen Personenkreis, der sich sicher gute Chancen ausrechnen kann. Namen werde ich hier aber keine nennen.

 
Welche Chance räumen Sie der Deutschen Mannschaft im Mannschaftswettbewerb ein?

Hasse: Die Zielsetzung ist wie schon vor zwei Jahren, als wir mit diesem Team die Arbeit aufgenommen haben: Wir wollen unter die ersten Drei kommen. Wobei England und Dänemark für das Team-Turnier hier ganz klar in der Favoriten-Rolle sind. Und mit den Engländern haben wir gleich einen dicken Brocken in unserer Gruppe. Die Ukrainer und Esten haben auch starke Teams. Das ist eine Hammer-Gruppe, aber wir freuen uns sehr auf den Wettkampf.

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Seit 1999 konnte Deutschland bei den EM-Mannschaftswettbewerben dreimal Gold und einmal Bronze gewinnen. Eine hohe Bürde?

Hasse: Durch die Erfolge in der Vergangenheit konnten wir eine Tradition aufbauen und bei unseren Spieler ein gewisses Selbstbewusstsein aufbauen. Aber wir schauen nur nach vorne. Mir ist gar nicht bange, denn wir haben einige Eisen im Feuer, Jungs und Mädels, die alles für ihren Sport geben. Und vergessen darf man auch nicht den Heimvorteil.

 

Welche anderen Mannschaften haben Sie noch auf der Rechnung?

Hasse: Da sind auf der einen Seite die Niederländer, die in diesem Jahr eine sehr gute Mannschaft stellen. Und da sind auf der anderen Seite die Russen. Sie sind auch immer sehr stark und schwer auszurechnen, weil sie in West-Europa in der Saison über kaum in Erscheinung treten. Die sind das Überraschungspaket. 

 

Kommen wir zum Individual-Wettbewerb. Können Sie uns einige Favoriten vorstellen?

Hasse: Im Herreneinzel gehören der Däne Mads Conrad-Petersen und der Niederländer Lester Oey zu den Favoriten. Bei den Damen ist die Engländerin Michelle Cheung herausragend. Sie wird ganz sicher ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitreden. Auch in den Doppel-Disziplinen sind die Engländer und Dänen die großen Hausnummern: Im Herrendoppel sind die Dänen Mads Conrad-Petersen, Mads Pieler Kolding, Christian Larsen und Christian Skoovgaard zu nennen. Als ärgste Widersacher sehe ich hier die Jungs von der Insel: Chris Adcock und Peter Mills. Im Damendoppel ganz vorne dabei: Mariana Agathangelou mit Partnerin Gabrielle White – ebenfalls vom englischen Badmintonverband. Härteste Konkurrenten werden das dänische Pärchen Line Kruse und Joan Christiansen oder Maria Thorberg. Im Mixed gehören Mads Pieler Kolding mit Line Kruse und Chris Adcock mit Gabrielle White zu den Favoriten. Letztlich muss man in den Doppeldisziplinen abwarten, welche Paarungen zusammengestellt werden. Aber jede Länder-Kombination aus dieser jugendlichen Badminton-Elite spielt um den Europameister-Titel. Hoffentlich gibt es ein paar Überraschungen.

 

Jetzt haben Sie aber gar keine deutschen Spieler genannt. Sind wir chancenlos?

Hasse: Nein, auf keinen Fall. Aber unsere Spieler sind eher in der Außenseiter-Rolle. Wir können die Großen schon ärgern und an einem guten Tag stellen wir ihnen auch ein Bein. Und dann hoffe ich, dass wir Deutschen mit unseren Spielern zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sind. Aber: In dieser Lauerstellung befinden wir uns nicht alleine. Beispielsweise hat die Türkei einen ausgezeichneten Herren-Einzel Spieler, eine junge Schottin ist verdammt gut, auch die Bulgaren kommen mit vorzüglichen Spielern. Nicht zu vergessen, die schon erwähnten Niederländer und Russen. Dass wird eine höchst spannende Angelegenheit.

 
Welche Rolle spielt da das Publikum? Wie groß sehen Sie den Heimvorteil?

Hasse: Zunächst ist es mal toll, dass nach so langer Zeit wieder eine Europameisterschaft in Deutschland stattfindet. Und für unsere Spieler ist es natürlich auch etwas ganz besonderes, da braucht man denen gar nichts Großes sagen - das ist ja schon Motivation genug. Der Heimvorteil wird sich natürlich noch mehr auswirken, wenn die Halle gut besucht und unsere Leute angefeuert werden. Das verleiht manchmal Flügel. Das wünsche ich mir: Eine schöne EM, mit vielen Fans und dann bin ich mir sicher, dass wir eine gute Rolle spielen werden.

 

Last Updated ( Donnerstag, 15 März 2007 )
 

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